Ayrton Senna - Driven to Perfection

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Ayrton Senna
1.Mai 1994
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Was blieb von Imola 1994 - neben der Erinnerung an den Fahrer und Menschen Ayrton Senna, neben einem nun zum dritten Mal wieder aufgerollten Prozess über Schuld und Unschuld an dem Unfall, dessen Ursache (Lenkungsbruch) zwar zwei technische Gutachten mit beinahe hundertprozentiger Sicherheit bestätigten, der aber von Anfang an eher Politikum und Machtkampf war? "Wenn es einen positiven Aspekt dieser Tragödie gibt, dann den, dass die Formel 1 seitdem sicherer geworden ist", sagt Michael Schumacher. Der frühere Formel-1-Pilot Marc Surer stellte treffend fest: "So bitter das klingen mag: Senna hat sterben müssen, um vielen anderen Fahrern das Leben zu retten.

Mit Ayrton Senna verlor die Formel 1 am 1. Mai 1994 einen der besten Rennfahrer aller Zeiten, Brasilien einen Nationalheld und Michael Schumacher einen Gegner, der ihm den Kampf um die WM-Titel in den folgenden Jahren mit Sicherheit schwer gemacht hätte. "Das war ein schwerer Verlust für den gesamten Motorsport", so der Deutsche auf seiner Internetseite. Ayrton war eine Inspiration, nicht nur für mich. Er war ein Symbol, er hat dem Sport so viel gegeben.

Das erste Mal traf der 35-Jährige auf Senna bei einem Kart-Rennen in Nivelles: "Das muss 1980 gewesen sein. Da war dieser Fahrer, der mir sofort ins Auge fiel: Seine Linie, seine Kart-Beherrschung, seine Eleganz, wie er überholt hat - das war einfach extrem auffällig. Ich habe mich sofort erkundigt, wie er hieß, und es war Ayrton." Danach verlor der Ferrari-Pilot den damals noch unbekannten Rennfahrer aus den Augen, bis er 1991 auf ihn in der Formel 1 traf: "Aber ich werde mich immer an diesen ersten Eindruck erinnern.

Wenn man Schumacher nach dem tragischen Unfall am 1. Mai 1994 anspricht, dann erinnert sich der Deutsche noch heute an die Szene, als der Williams-Renault FW16 an der Boxenmauer zerschellte: "Ich fuhr ja direkt hinter ihm. Es war sowieso ein schreckliches Wochenende, weil am Tag zuvor schon Roland Ratzenberger verunglückt war. Es war ein Schock für mich, für uns alle. Als ich erfahren habe, was passiert ist, war ich fassungslos.

Wie Schumacher weiter erklärt,sei er an jenem tragischen Wochenende das erste Mal mit dem Tod in seinem Sport konfrontiert worden: "Ehrlich gesagt waren das damals für mich Dinge, von denen ich glaubte, sie seien längst Vergangenheit. Ich habe erst mal eine ganze Weile gezweifelt, ob ich damit überhaupt weiter machen wollte." Seitdem wurde die Sicherheit der Autos deutlich verbessert: "Das ist aber auch das einzig Positive, das man vielleicht aus dieser Tragödie ziehen kann.

 Allen war Bewusst,nach dem 1. Mai 1994 wird die Formel1 nicht mehr das sein was sie einmal war. Um 18.40 Uhr an jenem Tag wird bekannt gegeben, dass Ayrton Senna seinen Verletzungen erlegen ist, die er sich bei seinem Unfall in der Tamburello - Kurve am Nachmittag zugezogen hatte. Im Fahrerlager weinen die Leute hemmungslos und in Brasilien wird am Montag Staatstrauer ausgerufen. Die Brasilianer haben ihren Hero verloren, einer der "ihren" der es geschafft hatte. An nur zwei Tagen hat die Formel1 zwei Piloten verloren. Am Samstag hat der Österreicher Roland Ratzenberger keinen Hauch von einer Chance seinen Unfall zu überleben.

Senna hat auf jedenfall Weichen in der Formel 1 in Richtung Sicherheit gestellt. Sein Tod konnte wahrscheinlich nicht verhindert werden. Trotzdem wird er wohl in den Herzen aller Formel 1 Fans weiterleben.

Doch Sennas Tod am 1. Mai 1994 in Imola hat eine Riesenlücke hinterlassen. Nicht nur, weil seither keiner der brasilianischen Formel-1-Piloten die großen Hoffnungen seiner Nation erfüllen konnte. Vor allem auch, weil Sennas Position als Held des Volkes, dem vor allem die Unterprivilegierten zujubelten, noch viel eindrucksvoller war als die seiner Vorgänger. Senna hatte nicht bloß Erfolg, sondern besaß auch Persönlichkeit und Charisma und engagierte sich in sozialen Fragen. Die Liebe der Brasilianer zu ihm ist bis heute nicht erloschen. Sennas Grab auf dem Friedhof von Morumbi - einer ruhigen, friedlichen, fast parkähnlichen Anlage, ohne Grabsteine, nur mit kleinen Kupferplatten im fast endlosen Rasen ist stets mit vielen frischen Blumen geschmückt. Es ist ein Wallfahrts-Ort. Im brasilianischen Alltag ist Senna regelmäßig ein Thema.  

Es war ein schwarzes Wochenende in Imola. Bereits im Training zum GP von San Marino verunglückte der österreichische Rennfahrer Roland Ratzenberger tödlich.

Unter diesen Umständen habe Ayrton Senna kein gutes Gefühl gehabt, das Rennen zu fahren, sollte Sennas Lebensgefährtin später berichten. Doch Senna hatte nicht auf sein Gefühl gehört.

Wie alle anderen startet der Brasilianer zum verhängnisvollen Rennen. Nach einem Auffahrunfall von Pedro Lamy wird sofort das Safety-Car auf die Strecke geschickt. Bis zum Ende der vierten Runde bleibt das Rennen neutralisiert.

Beim Neustart verteidigt Senna seine Führung vor Michael Schumacher, nur eine Runde später aber ereignet sich das Unglück: In der schnellen Tamburello-Kurve schiesst Senna in seinem Williams ohne erkennbare Lenkkorrektur von der Strecke.

Mit Rettungshubschraubern wird der damals 33-Jährige sofort nach Bologna in eine Unfall-Klinik geflogen. Doch jede Hilfe kommt zu spät. Senna wird wenige Stunden später für Hirntot erklärt.

  Senna ist das bisher letzte Formel-1-Opfer

Der Fomel 1 wurde an jenem Tag eines der grössten Talente jäh entrissen, wenn nicht sogar das grösste. In 161 Rennen feierte der Brasilianer 41 Siege, insgesamt 80 Mal stand er auf dem Podest.

Dreimal sicherte sich Senna in seinen elf Formel-1-Saisons den WM-Titel.

Die Trauer wird vielerorts auch an Sennas 15. Todestag gross sein. Etwas Gutes hat aber dieser Tag. Seit dem tödlichen Unglück des Brasilianers hat die Formel 1 keinen weiteren Rennunfall mit Todesfolge zu verkraften gehabt. Vielleicht auch dank des Todes von Ayrton Senna.

Die letzte Reise von Ayrton Sennas Leichnam führte dann aus Italien über Paris nach Sao Paulo, wo der Sarg mit dem verstorbenen F1-Piloten von unzähligen seiner Landsleute in Empfang genommen wurde. „Als wir in Brasilien zur Landung ansetzten, ging die Sonne auf. Die Ankunft kann ich kaum schildern“, berichtet Josef Leberer. „Es war ein Staatsempfang. Auf den 25 Kilometern vom Flughafen in die Stadt standen zigtausende Menschen Spalier – teilweise auf den Dächern. Menschen liefen vom Flugplatz weg neben dem Sarg einher. Arme und Reiche, Junge und Alte, Schwarze und Weiße standen am Straßenrand.“

Was machte Ayrton Senna so gut?

Wenn man jemanden nach dem besten F1-Piloten aller Zeiten fragt, fällt trotz der Schwierigkeit dieser Frage unweigerlich ein Name: Der Name von Ayrton Senna da Silva.  

Sennas Freund und McLaren-Teampartner Gerhard Berger beschreibt den Brasilianer dabei einfach als „den Besten“ gegen den er je gefahren sei. „Als Rennfahrer ein Perfektionist, konditionell gut, und er hat in seinem Leben ja auch nichts anderes gemacht. Dazu kam seine Erfahrung, sein unheimlicher Speed, seine Emotionen.

Gleichzeitig war er cool und überlegt.Keine Fehler,keine Schwächen!

Auf jeden Fall unsterblich war Sennas Siegeswillen. „Verlieren an sich war schlimm genug,“ weiß Alain Prost, „gegen mich zu verlieren, war ein Desaster. Oft schien es mir, seine ganze Motivation bestünde darin, mich zu bezwingen. Ganz klar wurde mir das erst, als ich aufgehört habe, aber eigentlich war das ein schönes Kompliment für micht.

Nachdem der Professor seinen Helm an den Nagel gehängt hatte, konnte er auch wieder „normal“ mit Ayrton Senna sprechen.Der Konkurrenzdruck war weggefallen. Zuvor hätte er „nie eingestanden im Unrecht“ zu sein. „Nun konnten wir über die normalsten Belange im Leben eines Fahrers reden. Über Ängste, über die Tatsache, dass der Wagen nicht so gut war wie erhofft. Ayrton wollte, dass ich mich für die Fahrervereinigung einsetze. Sicherheit lag ihm am Herzen.

Bestätigt werden die Einschätzungen von Prost durch Gerhard Berger: „Er hatte immer das Gefühl er habe Recht und sei nie schuld. Senna war ein Egoist, hat nichts um sich herum akzeptiert. Das war der Senna. Jeder Mensch hat seine positiven und seine negativen Seiten, aber dieses Negative war ja gleichzeitig auch seine Stärke.

Josef Leberer ergänzt: Was ihn am meisten störte, war die Ungerechtigkeit. Er hat selbst immer gesagt, ich bin nicht perfekt, ich mache Fehler. Wenn es hart auf hart ging, hat er die Fehler nicht eingestanden. Aber wenn er tiefer in sich gegangen ist, wusste er, auch er müsse sich verbessern.

Ron Dennis sind vor allem die „unbeschreibliche Zielorientierung“ und die „unglaubliche Befriedigung“, welche Ayrton aus dem „Rennfahren und Gewinnen oder aus einer gelungenen Qualifyingrunde“ gezogen hat, in Erinnerung geblieben. „Außerdem hat er das Visualisieren erfunden. Er konnte eine Runde im Geist fahren und dabei genau darüber nachdenken, wo er gegen das Auto kämpfen, wo er es kontrollieren und wo er ihm freien Lauf lassen musste.

Deswegen steht für Dennis fest: „Er hatte eigentlich keine schlechten Seiten. Auch wenn Leute ihn als arrogant bezeichnet oder ihm negative Charaktereigenschaften angehängt haben – die Wahrheit ist, dass er sie nicht hatte. Er hat sich immer um alle gekümmert, er war Teamplayer, auch bereit zuzugeben, dass er einen Fehler gemacht hatte  eine sehr seltene Qualität bei einem Grand-Prix-Piloten.“ Und laut Berger und Prost auch eine, welche Senna öffentlich nicht besessen hat.

Für Berger war sein Freund gleich aus mehreren Gründen „besser als alle anderen“: „Da war zunächst sein bedingungsloser Einsatz. Gut, auch andere Fahrer haben sich irrsinnig reingehängt, aber nun kam Sennas zweites Plus zum Tragen – die Konzentrationsfähigkeit. Die war weit über allem, was ich bei anderen Rennfahrern gesehen habe. Wenn er voll konzentriert war, hat er keinen Schmerz gespürt, keine Anspannung, er war wie in einer anderen Welt.

Und in dieser Welt des Ayrton Senna gehorchten ihm alle. Auch die Konkurrenten. „Seine Rolle war einzigartig. Jeder im Feld wusste – wenn Senna hinter ihm auftaucht, würde er die erste Gelegenheit zum Überholen nutzen.Das ging so weit, dass die meisten zur Seite zuckten, wenn sie den gelben Helm im Rückspiegel aufleuchten sahen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Das dritte Rennen, der Große Preis von San Marino in Imola am 1. Mai 1994,stand unter keinem guten Stern. Rubens Barrichello hatte zuvor beim Freitags-Training einen schweren Unfall und brach sich den Arm und die Nase. Im Qualifikationstraining hatte Roland Ratzenberger einen tödlichen Unfall.

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Bild Roland Ratzenberger

Im Rennen dann der nächste Schock Ayrton Senna verunglückte tödlich.Die Unfallursache ist bisher nicht genau geklärt worden. Die italienische Justiz leitete gegen die Verantwortlichen im Team Williams ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung ein. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft wurde eine zuvor bereits verwendete Verlängerung der Lenksäule nicht fachgerecht eingeschweißt und war kurz vor dem Aufprall gebrochen. Ayrton Senna beklagte sich am Wochenende des Rennens in Imola über eine unkomfortable Sitzposition in seinem Williams-Renault. Die Techniker und der technische Direktor Adrian Newey passten sie in der Folge den Wünschen des dreifachen Weltmeisters an und mussten in diesem Zusammenhang die Lenksäule umschweißen. Die Verteidiger von Williams erklärten den Unfall hingegen mit schlechter Aerodynamik, verursacht durch die ausgekühlten Reifen nach der Safety-Car-Phase und Unebenheiten auf der Fahrbahn, die das Fahrzeug letztlich unkontrollierbar hatten ausbrechen lassen. Onboard-Aufnahmen des hinter ihm fahrenden Michael Schumacher zeigten anhand des Funkenregens deutlich, dass der Bolide Sennas unverhältnismäßig oft mit dem Chassis aufsetzte, was diese Theorie unterstützte. Selbst ein sogenannter „schleichender Plattfuß“ wurde erwogen, da Senna im Gegensatz zu seinen Fahrerkollegen den Wrackteilen der zuvor Verunfallten nicht mit der üblichen Sorgfalt ausgewichen war und sich somit womöglich ein scharfes Kohlefaserteil in einen seiner Reifen gebohrt.

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Um 18:17 Uhr am 1.5.1994 hörte auch das Herz von Ayrton Senna zu schlagen auf.

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Auszug aus "The times" - die Sichtweisen der Beteiligten Personen - hier von Formel1 Arzt Prof. Sid Watkins: 

"Der medizinische Delegierte der FIA, Professor Sid Watkins, war ein enger Freund des brasilianischen Champions, und er beschrieb, wie Sennas tränenreiche Reaktion auf die Schweigeminute für Ratzenberger kurz vor dem Rennen ihn zermürbt hatte. Dann fuhr er fort und erinnerte sich, wie er Senna schwerverletzt aus dem Auto gehoben hatte. "Senna war im Auto zusammengesunken, und der Arzt aus dem Einsatzauto war bei ihm und hielt seinen Kopf samt Helm. Verzweifelt versuchte man, den Kinngurt durchzuschneiden und den Helm abzunehmen. Wir stützten Ayrtons Kopf und nahmen den Helm ab. Seine Augen waren geschlossen, und er war bewusstlos. Ich habe eine Luftzufuhr in seinen Mund eingeführt, gedreht, und dann hatten wir eine wirkungsvolle Luftzufuhr. Er sah ruhig aus. Ich hob seine Augenlider, und es war klar, dass er massive Gehirnverletzungen hatte. Wir hoben ihn aus dem Cockpit und legten ihn auf den Boden. Dabei seufzte er, und, obwohl ich absoluter Agnostiker bin, fühlte ich, wie in diesem Moment seine Seele ihn verliess."

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An einem bin ich überzeugt: Senna hätte in Imola angehalten,wen Schumacher in der Tamburello vor ihm abgeflogen wäre,um zu helfen ! Aber dieses Feingespür hatte Schumacher nicht wie der Brasilianer es hatte.

  Der Brasilianer verhielt sich immer so, dass er sofort anhielt und versuchte zu helfen, wenn gerade ein schwerer Unfall passierte und die Ärzte noch nicht da waren Spa 93 bei Alex Zanardi, in  Hockenheim 93 beim Überschlag von Derek Warwick in der 3. Schikane, Imola 1994 beim Ratzenberger Unfall fuhr Senna auch raus, um sich zu erkundigen wie es geschah und wie es dem Österreicher geht, Senna hatte in seinem Auto eine Österreich Fahne einpacken lassen - zu Ehren des tödlich verunglückten Ratzenberger.

Ironie des Schicksals: Leider konnte Senna selber nicht mehr diesen einen Tag länger leben,um die österreichische Fahne im Falle eines Sieges in der Auslaufrunde zu zeigen. Man fand die Fahne, als man den schwerverletzten Senna aus dem Auto hob, im Cockpit des Brasilianers,Senna starb nur wenige Meter entfernt,wo am Tag zuvor Roland Ratzenberger gestorben war.

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 1997 endete das Verfahren mit einem Freispruch, obwohl der vorsitzende Richter die gebrochene Lenksäule als wahrscheinlichste Ursache sah. Eine Revision, die Technikchef Patrick Head und Chefkonstrukteur Adrian Newey selbst angestrengt hatten, räumte Ende 1999 auch eine mögliche Mitschuld des gesamten Teams aus und machte eine Verkettung unglücklicher Umstände für den Unfall verantwortlich. Wegen Formfehlern und Ungereimtheiten wird das Verfahren um Sennas Tod seit 2004 erneut verhandelt.      

Den schweren Unfällen der Saison 1994 folgten diverse Änderungen im FIA-Reglement, mit denen man die Sicherheit der Fahrer verbessern wollte. Sennas früherer Teamkollege und Freund  Berger gründete den Fahrer-Sicherheitsrat, der darum kämpfte, die Sicherheit in der Formel 1 zu verbessern. Um die Höchstgeschwindigkeit zu verringern, wurden der Hubraum verkleinert und einige Jahre später bei Trockenreifen 3 bzw. 4 Längsrillen vorgeschrieben. Die FIA verschärfte die Crashtests mit den Fahrerzellen (Monocoques), daher mussten diese extrem verstärkt werden, um größere Aufprallenergien absorbieren können. Zusätzlich wurden Sitze und Kopfstabilisierung überarbeitet. Dank dieser Veränderungen sind viele Formel-1-Unfälle der vergangenen Jahre vergleichsweise glimpflich ausgegangen.

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       Nach Sennas Tod schuf seine Familie die Ayrton Senna Foundation.   

        

 eine Organisation mit dem Ziel, armen und bedürftigen Kindern, vor allem in Brasilien, zu helfen. Ayrton Senna hatte bereits einige Wochen vor seinem Tod seiner Schwester Vivian davon erzählt, dass er eine Organisation gründen wolle, die sich um die arme Bevölkerung seines Heimatlandes kümmern soll. Er wollte mit ihr in Kürze die mögliche Herangehensweise an ein solches Projekt näher besprechen, wozu es allerdings nicht mehr kam. Vivian Senna baute die Ayrton Senna Foundation auf und ist deren erste Vorsitzende.

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Ayrton Senna versorgt jeden Tag 13000-15000 Kinder mit frischen Broten Artikel stammt aus einer Zeitung.

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 2005 ehrte die Stadt Hockenheim Ayrton Senna mit seiner eigenen Straße.

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Das Wochenende aus der Sicht von Gerhard Berger

Imola 30 April,Qualifikation,Samstagnachmittag.

Ich saß angeschnallt im Auto in der Box,parat zum Ausfahren,hatte den Monitor vor mir und musste die Herzmassage für Roland Ratzenberger ansehen.Alein an den Bewegungen der Sanitäter konnte ich ablesen,was los was.Ich war außer mir.Ich stieg aus,ging ins Motorhome,zitterte.Ich war das erste Mal damit konfrontiert,das einer im Rennauto starb.In meiner ganzen Formel 1 Zeit hatte es keinen Todessturz mehr gegeben.Ich sah nur 2 Möglichkeiten.Sofort Heimfahren und den ganzen Sport vergessen,oder den Schalter umlegen und mir prgend etwas einreden.Zum Beispiel:Wenn du auch so stirbst wie der Roland,dann ist es wenigstens bei dem,was du am liebsten tust auf der Welt.Solche Sachen fielen mir ein,und ich musste rasch entscheiden,ging raus,hockte mich ins Auto und fuhr eine schnelle Runde,wie zum Selbstschutz.Die Telemetrie sagte nacher,das der Simtek des Roland Ratzenberger mit Tempo 308 in die Begrenzungsmauer eingeschlagen war.Man hatte Roland nach der Notversorgung ins Maggiore Hospital nach Bologna geflogen,aber er hatte keine Chance mehr.

Der Unfall war in der Villneuve Kurve passiert,keine 500 Meter von meiner Unfallstelle fünf Jahre zuvor.Vieles sprich dafür das beide Unfälle die gleiche Ursache hatten:Frontflügel gebrochen,kein Antrieb,unlenkbares Auto,Irgendwo tief in unseren Herzen hatten wir alle gehofft,die goldene Serie einer Formel 1 ohne tödliche Unfälle würde ewig weitergehen.Und jetzt ausgerechnet Roland ! Er hatte noch auf seiner Anreise nach Imola auf dem Boot in Monaco besucht.Ich mochte seine natürliche,offene Art,diese leichte Fröhlichkeit von innen heraus.Roland war auf dem besten Weg gewesen,eine echte Bereicherung der Formel 1 Szene zu werden. 

Imola, 1.Mai 1994. Josef Leberer war,wie üblich,an der Startaufstellung bei Senna,als er schon mit Helm im Auto saß.Über Lautsprecher wurden die Startpositionen angesprochen,es gab Applaus bei "Senna",Applaus bei "Schumacher",dann besonderen Applaus bei "Berger".Josef hat mir gesagt,das dieser Sonderapplaus den Senna richig erheitert hat,jedenfalls konnte Josef durch das Helmvisier erkennen,das Senna über beide Ohren grinste.

In der sechsten Runde huschte ein Schatten auf mich zu,und es tat einen Schlag am Auto.Ich konnte aber nichts Gravierendes spüren,fuhr weiter,und bevor ich groß nachdenken konnte,waren die roten Fahnen draußen Rennabbruch.Ich ließ die vordere Aufhängung checken,man sah sofort eine schwere Beschädigung und das dass Zeug nur noch an der letzten Faser hing.Die Mechaniker begannen an der Startaufstellung mit dem Wechseln der Aufhängung.Ich erfuhr,dass das Chaos,das ich in der Tomburello-Kurve gerade noch aus dem Augenwinkel wahrgenommen hatte,ein Unfall von Ayrton Senna bedeutete.Das Autp musste von dort entfernt werden.Und ganz offensichtlich stammte der Teil,der meine Aufhängung getroffen hatte,vom weggerissenen Frontflügel des Senna Autos.

Wie schwer, der Unfall? Das konnte hier keiner sagen. Die Monitore in den Boxen hingen am internen Netz der Rennstrecke, jeder Fernsehzuschauer irgendwo auf der Welt hatte in diesem Moment eine bessere Übersicht über die Situation, konnte zumindest feststellen, dass es kein Dutzendunfall gewesen sein dürfte, sondern eine wirklich ernste Angelegenheit. Ich hatte jedenfalls keine Schwierigkeit, die Sache zu verdrängen, ein Zwischenfall halt, wie's viele gibt. Ich konzentrierte mich auf den neuerlichen Start.Am Vorstart fragte ich noch einmal nach Senna. Ja, er sei zu Bewusstsein gekommen, gerade aufgestanden, und im Hinterkopf dachte ich, "aufgestanden und weggegangen... er weiß schon, wie man eine Show abzieht ". Dann kam Bernie zu mir und sagte shit weekend, und ich fragte, was ist los, er hatte das Funkgerät dabei und wollte Professor Watkins erreichen, aber der arbeitete gerade, derweil gammelte das Funkgerät, und ich versuchte mich zu konzentrieren.

Neuerlicher Start, null Gedanke an Senna oder irgendwas Schreckliches. Nach ein paar Runden überholte ich Schumacher und war damit in Führung. Plötzlich, in der Acqua Minerale, brach das Auto hinten aus. Schumacher ging an mir vorbei, ohne das ich mich groß wehrte, ich wollte erst einmal checken, was da los war hinten am Auto. Auf der Geraden sah ich Funken im Rückspiegel und dachte, dass ich zuvor keine Funken bemerkt hatte, war verärgert über mich selber: träumst jetzt, oder was? Irgendwo ganz hinten im Hirn eines Fahrers kriegt man solche Abweichungen mit: Hoffentlich hast keine slow puncture. Ich dachte, ich sollte die neuen Reifen gleich abholen, obwohl der Boxenstop erst drei, vier Runden später geplant war, und so hab ich es auch gemacht.Beim neuerlichen Rausfahren hatte ich Untersteuern, das vorher nicht da war, und war verunsichert, ob das vielleicht mit den neuen Reifen oder dem Aufdanken zu tun hatte, das Auto war ja nun schwerer, ich musste die Bremspunkte ändern. In der schnellen Schikane, wo Barrichello seinen irren Unfall gehabt hatte, brach das Auto wieder aus, und ich musste über die Wiese, und da war ich mir immer noch nicht sicher, ob am Auto etwas los war oder ich bloß zu schnell für die neuen Verhältnisse gefahren war. Irgendwas sagte mir, jetzt kommt die schnelle Gerade, wenn dir da was passiert, das kannst nicht brauchen. Also fuhr ich in die Box und ließ nachschauen. Die Burschen meinten, da passt alles, aber ich sagte, wenn ich mir einbilde, da fehlt was, kann's auch nicht ganz richtig sein. In diesen Augenblick kam schon Jean Todt und sagte: Steig aus. Später sagte er: "Ich hab dir angesehen, dass du aussteigen wolltest, und das wollte ich wirklich.
Dann hockte ich in der Box und hatte plötzlich das Gefühl, dass alles so still war, obwohl draußen das Rennen dröhnte, und ich begriff auf einer Weise, die ich nicht erklären kann, dass Ayrton Senna im Sterben lag.

Nun sickerten erste Nachrichten über den Ernst der Lage auch bis zu den Boxen durch. Herauszuhören war, dass Senna noch ums Überleben kämpfte, die Schlacht aber eigentlich schon verloren  sei. Ich hatte in diesem Moment nur ein einziges Gefühl: Ich wollte ihn noch einmal sehen. Ich weiß nicht, was ich mir davon erwartete, aber ich wollte es einfach, unbedingt. Braga und mein Vater hatten den Marlboro Hubschrauber organisiert, der uns ins Krankenhaus nach Bologna brachte. Was ich in der Klink verstand, war wiederum, dass der Kampf der Ärzte chancenlos, aber noch nicht vorüber sei. Ich musste eine Zeit warten, die uns ewig schien, dann wurde Josef Leberer und ich zu ihm gelassen. Ayrton war mit einem grünen Tuch bedeckt, das einen Teil der Wunden an der Stirn freiließ. Die Hand, der Fuß, den ich sah, waren die eines Toten, nach meinem Gefühl. Zwei oder drei Ärzte machten sich im Bereich der Stirnverletzung zu schaffe, und wir waren wieder im Unklaren, ob Ayrton noch lebe.Die Unklarheit hat mich später sehr beschäftigt, weil die Umstände all dieser vagen Angaben irgendwie seltsam waren. Als dann die Diskussion losging und vor allem aus Brasilien die schweren Vorwürfe kamen, dass die Zeit das Todeseintritts manipuliert worden sei, um die Durchführung des Rennens zu retten, hatte ich eine Zeitlang den Verdacht, ich sollte dazu benützt werden, einen späten Zeitpunkt zu bestätigen. Die Sache ließ für mich seltsame Fragen offen, aber doch nicht so sehr, um mir wirklich schwerwiegende Zweifel an den offiziellen Angaben zu erlauben. Außerdem war Chefarzt Sid Watkins ein echter Freund von Ayrton, er hätte sich für keine Manipulation hergegeben.

Josef Leberer blieb im Krankenhaus, und er blieb von da an bei Ayrton Senna, es war der ausdrückliche Wunsch der Familie, er begleitete den Sarg zum Flugzeug, saß im Flugzeug neben dem Sarg und war bis zum Begräbnis bei Ayrton. Es war ein ganz unendlich tiefer Abschied.

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Ayrton Senna mehr als nur der beste Rennfahrer aller Zeiten.

"Racing,competing,it´s in my blood.
It`s part of me,It`s part of my life;
I have been doing it all my life and
it stands out above everything else.

 

 

 

 



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