Ayrton Senna - Driven to Perfection

                                        Ayrton Senna-Driven to Perfection  
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Ayrton Senna
1.Mai 1994
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 Senna war der grösste Mann,den es in diesem Sport jemals gegeben hat.Er war Intellektueller und Romantiker,Theoretiker und Pragmatiker,Kapitalist und Sozialist in einer Person.Seine Stiftung gab hunderttausenden Jugendlicher eine Zukunft,die niemals eine Chance bekommen hätten.

"Senna wird erst zur Ruhe kommen",prophezeite Rennstall-Chef Frank Williams, "wenn die Welt nur noch von ihm redet,wenn er nicht nur sämtliche Rekorde erobert hat, sondern seine High Scores praktisch unerreichbar sind.21 Jahre nach seinem Tod in Imola ist Ayrton Senna da Silva unvergessen. In seiner Heimat Brasilien wird der 1960 geborene Sohn eines Großgrundbesitzers verehrt wie ein Heiliger. Nach seinem Tod wurde eine dreitägige Staatstrauer angeordnet. Militärjets eskortierten seinen Sarg bis zur Landung. 180 Millionen Brasilianer hatten plötzlich ihr Symbol für das Gute schlechthin verloren. 1999 wählten sie Ayrton Senna zum Sportler des Jahrhunderts. Noch heute können sich Millionen Rennsport-Fans genau daran erinnern, was sie gerade getan haben oder wo sie gerade waren, als Senna an diesem 1. Mai 1994, in seinem Williams-Renault mit 320 km/h vor eine Mauer prallte.

Der Große Preis von San Marino 1994 in Imola - einer der schwärzesten Tage der Formel-1-Geschichte. Beim Abschlusstraining am Samstag verunglückt der Österreicher Roland Ratzenberger. Pannen und Unfälle häufen sich. Doch die Show läuft ungebremst weiter. Dem dreimaligen Weltmeister Senna sitzt ein deutscher Newcomer namens Michael Schumacher im Nacken. In der fünften Runde des Rennens bricht die Lenksäule im Williams des Brasilianers. Der vorbeifahrende Schumacher sieht, wie Senna in der gefürchteten Tamburello-Kurve frontal gegen die Betonmauer schießt. Ein Metallteil durchbohrt seinen Helm. Wenige Stunden später wird Ayrton Senna da Silva im Krankenhaus von Bologna für tot erklärt. Weltmeister 1994 wird am Ende der Kerpener Michael Schumacher.

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Ayrton Sennas Karriere in Zahlen

Grand Prixs: 161
Pole Positions: 65
Siege: 41
2. Plätze: 23
3. Plätze: 16
4. Plätze: 7
5. Plätze: 6
WM-Punkte: 614
Schnellste Runden: 19
Ausfälle / Unfälle: 24
Nicht qualifiziert: 1
Runden in Führung: 2956
Kilometer in Führung: 13469 km

1977 : Kart - Südamerikanischer Meister
1978 : Kart - Südamerikanischer, brasilianischer Meister
1979 : Kart - Brasilianischer Meister
1980 : Kart - Brasilianischer Meister
1981 : Formel Ford 1600 - RAC-Meister
1982 : Formel Ford 2000 - Britischer Meister, Europameister
1983 : Formel 3 - Britischer Meister
1984 : F1 - Toleman-Hart : 13 Punkte, 9. Platz
1985 : F1 - Lotus-Renault : 38 Punkte, 4. Platz, 1. Sieg
1986 : F1 - Lotus-Renault : 55 Punkte, 4. Platz, 2 Siege
1987 : F1 - Lotus-Honda : 57 Punkte, 3. Platz, 2 Siege
1988 : F1 - McLaren-Honda : 90 Punkte, 8 Siege, Weltmeister
1989 : F1 - McLaren-Honda : 60 Punkte, 2. Platz, 6 Siege
1990 : F1 - McLaren-Honda : 78 Punkte, 6 Siege, Weltmeister
1991 : F1 - McLaren-Honda : 96 Punkte, 7 Siege, Weltmeister
1992 : F1 - McLaren-Honda : 50 Punkte, 4. Platz, 3 Siege
1993 : F1 - McLaren-Ford : 73 Punkte, 2. Platz, 5 Siege
1994 : F1 - Williams-Renault : tödlicher Unfall in Imola

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Die Formel 1 hatte ihren schillerndsten Fahrer verloren. "The Magic" – der magische Senna endete an einer Mauer. Er wurde nur 34 Jahre alt und "nur" dreimal Weltmeister. Bis heute gilt er als einer der größten Fahrer aller Zeiten. Über seine große Leidenschaft, die Formel 1 sagte Senna selbst: "Im Motorsport gibt es Augenblicke, die ich ungemein schätze. Es ist ein tolles Gefühl allein auf der Rennstrecke, umgeben nur von hohen Bäumen, zu sein, allein wie in einem Tunnel. Da beginnt eine andere Art des Denkens. Ein Leben, das ich zutiefst genieße."

Senna absoulut unschlagbar auch in einem unterlegenen F1 Wagen.

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Infos über Ayrton Senna

  Ayrton Senna da Silva (* 21. März 1960 in Sao Paulo geboren; † 1. Mai 1994 in Bologna gestorben war ein brasilianischer Formel 1-Rennfahrer und dreifacher Formel-1-Weltmeister.

 Der Brasilianer gilt als einer der besten Formel-1-Fahrer aller Zeiten. Er fuhr von 1984 bis 1994 für vier verschiedene Teams in der Formel 1 (1984 Toleman, 1985 bis 1987 Lotus, 1988 bis 1993 McLaren, 1994 Williams). Die größten Erfolge und seine drei WM-Titel errang er dabei auf dem rot-weißen McLaren-Honda.

 Er hat 161 Grand Prix bestritten, dabei 65 Pole-Positions erreicht, 41 Siege errungen und 19 schnellste Runden gefahren. Den Rekord von 65 Pole Positions hielt er für zwölf Jahre. Dieser wurde erst 2006 von Michael Schumacher überboten,der dafür jedoch 250 Rennen brauchte.

Aufgrund seiner Fahrweise speziell bei Regen bekam Senna den Spitznamen „Magic“ (Magier).

 Fast immer hieß (von 1985 bis 1993) Ayrton Senna der Sieger bei einem Regenrennen in der Formel 1.Und das schon von der ersten Saison Sennas in der Formel 1 (sogar beim beinahe Sieg Monaco 1984 Rennen wurde abgebrochen)  

In seinem Heimatland war er nicht nur wegen seiner Erfolge im Motorsport beliebt,er förderte über das Instituto Ayrton Senna viele Hilfsprojekte in sozialen Bereichen.Sein Tod war für viele Brasilianer ein Schock. Eine dreitägige Staatstrauer wurde angeordnet.Beim Trauerzug in seiner Heimatstadt São Paulo erwiesen ihm mehr als drei Millionen Menschen die letzte Ehre.

 Im April 2004 wurde Senna von einer 77-köpfigen Jury,bestehend aus Formel-1-Piloten, Teamchefs, Ingenieuren und Journalisten, zum besten Formel-1-Fahrer der Geschichte gewählt. Im Dezember 2006 gab es erneut eine derartige Umfrage unter Experten,bei der Senna wieder Platz 1 belegte.               

Senna begann seine Karriere im Kart. Als Kind einer wohlhabenden Familie gehörte er zu den privilegierten Bewohnern seines Landes,die die Möglichkeit hatten,im Motorsport aktiv zu werden.

  Mit 13 Jahren fuhr Senna erste offizielle Rennen und wurde schließlich 1977 südamerikanischer Kartmeister.Von 1978 bis 1981 wurde er vier Mal hintereinander brasilianischer Kartmeister und gewann auch 1978 die südamerikanischen Meisterschaften.Bei den Kart-Weltmeisterschaften wurde er 1978 Sechster,1979 und 1980 Zweiter,1981 Vierter und 1982 Vierzehnter.

 Parallel dazu begann er seine Karriere in Europa aufzubauen und ging zunächst 1981 in die britische Formel-Ford-1600-Meisterschaft,die er auf Anhieb gewann.1982 wurde er britischer und europäischer Formel-Ford-2000-Meister und gewann 1983 die britische Formel-3-Meisterschaft mit 12 Saisonsiegen nach hartem Kampf mit Martin Brundle. 

1983 fuhr Senna Tests für Williams, Brabham, McLaren und Toleman (das 1986 von Benetton aufgekauft wurde) und bekam schließlich einen Platz bei Toleman für das Jahr 1984. Für Aufmerksamkeit sorgte Senna zunächst im Mai bei der Neueröffnung des Nürburgrings  in einem Schaurennen mit den damals neuen Mercedes 190E-2.3-16-Tourenwagen. Er gewann dieses mit 21 identischen Rennwagen ausgetragene Rennen gegen etablierte Größen wie die Formel 1-Weltmeister Keke Rosberg und Niki Lauda. Der Grand Prix von Monaco am 13. Juni 1984, ein Regentag, wurde zu einem entscheidenden Schritt in Sennas Karriere. Während sich einige der Stars von der Strecke drehten, fuhren Ayrton Senna und Stefan Bellof (der später disqualifiziert wurde, da sein Team Tyrrell unter dem Gewichtslimit fuhr) ein erfolgreiches Rennen. Die beiden kamen dem Führenden Alain Prost – der nach eigenen Angaben mit einem unfahrbaren Auto zu kämpfen hatte – Runde um Runde näher. Allerdings wurde das Rennen bereits in der 31. von eigentlich 78 angesetzten Runden von Rennleiter Jacky Ickx abgebrochen. Wäre das Rennen nicht abgebrochen worden und hätte Senna vor Prost gewonnen, so hätte Prost statt der geteilten Punkte für den Sieg (4,5 – nach dem Reglement bekommen die Fahrer nur die halbe Punktzahl, wenn nicht mindestens 75 % der Renndistanz zurückgelegt werden) die ganzen 6 Punkte für den zweiten Platz erhalten. Die Weltmeisterschaft verlor Prost 1984 mit 71,5 zu 72 Punkten an Niki Lauda.

 Obwohl Senna mit Toleman einen bis 1986 gültigen Vertrag hatte, erhielt er nach diesem Rennen ein Angebot von Lotus-Teamchef Peter Warr für die Saison 1985. Sein Vater kaufte ihn aus dem Toleman-Kontrakt frei, um einem Wechsel zu dem damaligen Top-Team zu ermöglichen. Bei Toleman war man darüber natürlich nicht begeistert und ließ Senna beim Großen Preis von Italien in Monza nicht starten. Stattdessen setzte man Pierluigi Martini ans Steuer, der sich jedoch nicht zum Grand Prix qualifizieren konnte. Daraufhin lenkte Toleman ein und ließ Senna die beiden verbleibenden Rennen wieder an den Start gehen. Bei Lotus konnte Senna bereits 1985 in Estoril seinen ersten von insgesamt 41 Grand-Prix-Siegen feiern. Bis zum Jahr 1987 errang er hier fünf weitere Siege, übrigens die letzten Siege in der Geschichte des britischen Traditionsrennstalls.

 Sennas unnachgiebiger und kompromissloser Fahrstil brachte ihm Ansehen, aber auch Missbilligung ein. Er eckte oft bei den etablierten Kollegen an. Vor allen Dingen der bisherige brasilianische Spitzenpilot Nelson Piquet wurde zu Sennas großem Gegner.
 

1988 wechselte Senna zu McLaren und bildete mit Alain Prost eine Fahrerpaarung. McLaren hatte den Motorenlieferanten gewechselt und wurde nun mit Honda- anstelle der TAG-Porsche-Motoren beliefert. Die englisch-japanische Allianz dominierte das Feld und gewann 15 der 16 Grand Prix. Senna holte sich den Titel vor Prost. Die bis 1990 gültige Streichresultatregel, bei der nur die besten 11 der 16 Rennen in die Gesamtwertung kamen, wurde Prost zum Verhängnis. Prost beklagte des öfteren, dass er vom Material her schlechter als sein Teamkollege behandelt würde.

 Das Klima zwischen Senna und Prost änderte sich ab 1989. Drei Rennen vor Schluss der Saison lag Prost in der Meisterschaft vorne. Senna konnte nur noch Weltmeister werden, wenn er alle drei verbleibenden Rennen gewinnen würde. Im ersten dieser drei Entscheidungsrennen im spanischen Jerez de la Frontera schaffte er dies. Beim Großen Preis von Japan in Suzuka errang Senna zwar die Pole Position, hatte aber einen schlechten Start, wodurch sich Prost im Rennen in Führung setzen konnte. Im Verlauf des Rennens nahm ihm Senna Runde um Runde Zeit ab. Prost bog frühzeitig in die Casio-Triangle-Kurve ein, beide touchierten einander und rollten in die Auslaufzone. Prost stieg aus, aber Senna blieb sitzen und ließ sich anschieben. Trotz Boxenstopps wegen eines defekten Frontflügels gewann er das Rennen vor Alessandro Nannini, den er an derselben Stelle wie zuvor Prost überholte. Doch das Rennen hatte ein Nachspiel und Senna wurde wegen Anschiebens des Wagens disqualifiziert. Die Regel besagte, dass Autos nur dann angeschoben werden dürften, wenn sie sich in einem gefährlichen Bereich der Strecke befänden. Da genau dies der Fall war, entschied Balestre Senna wegen Auslassens der Schikane zu disqualifizieren. Senna sah sich durch ihn um die WM-Chancen gebracht, zumal mit Jean-Marie Balestre ein Franzose an der Spitze des Automobilsportverbands FIA saß. Senna dachte nach der Saison ans Aufhören, da er sich ungerecht behandelt fühlte und dem Weltverband Manipulation vorwarf.

 Doch schon im nächsten Jahr trat er wieder für McLaren-Honda an. Prost war inzwischen zu Ferrari gewechselt. 1990 und 1991 holte Senna zwei weitere Male den Titel. Dabei kam es 1990 in Suzuka abermals zu einer Kollision zwischen den beiden. Senna drängte Prost bereits in der ersten Kurve absichtlich ab, wie er ein Jahr später bei einem öffentlichen Wutausbruch zugab. Dieses Mal hätte Prost gewinnen müssen, um seine WM-Chancen zu wahren.

 1992 und 1993 war Senna chancenlos gegenüber dem überlegenen Williams-Team, das 1992 mit Nigel Mansell und 1993 mit Alain Prost Weltmeister wurde. Senna siegte 1992 in 16 Rennen dreimal, fiel insgesamt achtmal aus und wurde am Ende Vierter der WM hinter Nigel Mansell, Riccardo Patrese und Michael Schumacher. Nachdem Prost Senna bei Williams für das Jahr 1993 vertraglich ausgebootet hatte, musste Senna in dem mit unterlegenen Ford-Motoren ausgestatteten McLaren antreten. Der Grand Prix von Europa im Donington Park wurde 1993 zu einem der besten Rennen in der Karriere Sennas: In diesem Regenrennen deklassierte er im unterlegenen McLaren-Ford den Rest des Feldes, indem er von Startplatz 5 aus die vor ihm gestarteten Schumacher, Karl Wendlinger und die beiden Williams Boliden von Damon Hill und Prost schon in der ersten Runde des Rennens überholte, sich an die Spitze setzte und diese mit deutlichem Vorsprung bis zum Rennende behielt. Statt wie der Rest des Feldes die Reifen aufgrund des ständig wechselnden Wetters siebenmal zu wechseln, wechselte er seine Reifen lediglich viermal. Am Ende des Jahres 1993 gab es im australischen Adelaide eine versöhnliche Geste zwischen Senna und Prost, als sie sich zusammen auf dem Siegerpodest des ersten Platzes zeigten.

 Während der Saison 1993 unterschrieb Senna bei Williams-Renault für ie Saison 1994, für die Prost keine Ausschlussklausel mehr in seinem Vertrag hatte. Prost verließ das Team und beendete seine F1-Karriere. Bereits beim ersten Rennen machte sich bemerkbar, dass die elektronischen Fahrhilfen wie Aktives Fahrwerk, ABS oder Traktionskontrolle, die Williams so weit nach vorn gebracht hatten, nun nicht mehr erlaubt waren und der Williams nicht mehr voll konkurrenzfähig war. Die schlechte Fahrbarkeit des Williams-Boliden verleitete Senna in Interlagos zu einem Fahrfehler, dessen Folge ein Dreher und der Ausfall in diesem ersten Saison-Grand-Prix bedeutete. Zwei Wochen später im japanischen Aida schied Senna nach einem Schubser von Mika Häkkinen und anschließender Kollision mit Ferrari-Pilot Nicola Larini bereits in der ersten Runde aus.

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Die Top 100 der weltbesten F1 Fahrer der Königsklasse

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 In Imola begann der Kampf um die WM. Senna fuhr im Qualifying auf die Pole Position. In diesem Qualifying hatte Roland Ratzenberger einen tödlichen Unfall, den ersten seit Riccardo Palettis Tod in Montreal 12 Jahre zuvor. Senna war einer der ersten an der Unfallstelle. Wie seine Lebensgefährtin später berichtete, hätte Senna kein gutes Gefühl gehabt, das Rennen unter diesen Umständen zu fahren. Am Rennsonntag führte Senna das Feld an. In der siebten Runde steuerte sein Williams Renault mit einem Bruch in der Lenksäule in der Tamburello-Kurve geradeaus in die Mauer. Ein Stück der rechten Aufhängung durchbrach beim Aufprall seinen Helm. Senna erlitt schwerste Kopfverletzungen und starb wenige Stunden später in einer Klinik in Bologna.

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Sennas beste Rennen bis zu seinen Tod:

 Monaco 1984

 Es war erst sein sechstes Formel 1 Rennen, in einem Mittelklasseauto, er startet vom 14. Startplatz, schon damals war es nahezu unmöglich in Monte-Carlo zu überholen. Doch es regnete in Strömen was die Leistungsunterschiede der verschiedenen Fahrzeuge relativierte, das fahrerische Können rückte in den Vordergrund. Der junge Brasilianer tobte sich munter nach vorne der erste Schritt zum Regenkönig war gemacht, an zweiter Stelle liegend machte er auf den Führenden Alan Prost  mächtig Boden gut, doch dann wurde das Rennen wegen dem fürchterlichen Regen abgebrochen,  noch heute sind sich viele Experten einig, Rennleiter Jacky Ickx hat mit dem Abbruch Sennas ersten Grand Prix Sieg noch einmal verheitet.

 Estoril 1985

 Es regnete auch im April 85 in Estoril, und Senna steht zum ersten mal auf dem Startplatz der später quasi sein Stammplatz in der Formel 1 werden sollte, er startete von der Pole Position. Es ist der zweite Grand Prix der Saison, und Senna dominiert ihn von der Spitze weg im Stil eines Weltmeisters. Er scheint über dem Regen, den Pfützen auf der Strecke, der Aquaplaning-Gefahr förmlich zu schweben. Wo andere ausrutschen, neben der Strecke durchs Gras pflügen, sich drehen, bewegt er den Lotus wie auf Schienen durch die Gischt. Es war ein grandioser Sieg, und sein allererster Formel 1 Sieg. Spätestens jetzt wurde allen klar, das mit Ayrton Senna ein ganz Großer die Motorsport-Bühne betreten hat. Es war erst sein 16. Grand Prix und er wirkte so unglaublich souverän das hier in Estoril der erste Teil der Legende geboren wird - zusammen mit einem Namen, der in den kommenden Jahren zum ständigen Begleiter wird: "Magic" Senna.

 Suzuka 1988  

Das letzte Rennen der Saison, und Senna steht kurz davor sich seinen größten Traum zu erfüllen den langersehnten WM-Titel zu gewinnen. Er startet von der Pole, zum zwölften Mal in dieser Saison. Doch der Start war alles andere als geglückt, der Motor stirbt ab, er hatte viel Glück, das ihm zum einen niemand ins Auto gefahren ist, und zum anderen ist die Start-Ziel-Gerade leicht abschüssig, er kann also den Wagen anrollen lassen. Als 14. nimmt er schließlich das Rennen auf. Prost ist vorne auf und davon, kann sich einen Vorsprung rausfahren. Am Ende der ersten Runde ist Senna achter, doch die Aufholjagd scheint aussichtslos, aber Senna versucht alles, seine Kompromisslosigkeit kommt ihm jetzt zugute. Doch dann wurde der Himmel immer dunkler und Sennas Fähigkeiten auf nasser Fahrbahn sind bekannt, in der 14. Runde fallen die ersten Tropfen, die Strecke ist nicht richtig nass aber sie wird schmierig, Senna kommt nun immer weiter nach vorn, fährt teilweise über zwei Sekunden schneller als der Führende Prost. Am Ende der 27. Runde ist es soweit, Senna überholt Prost. Der Kampf ist vorüber Prost kann nicht mehr kontern. Zum Ende des Rennens wird der Regen immer stärker er muss also warten und zittern bis zur 51. und letzten Runde, bis zur letzten Kurve. Als er auf die Start-Ziel-Gerade einbiegt nimmt er eine Hand vom Lenkrad, ballt die Faust. Er weiß er ist am Ziel seiner Träume.

 Interlagos 1991 

 Mittlerweile ist Senna zweimaliger Weltmeister, doch einen großen Traum hat er noch, er hat noch nie zuhause in Brasilien gewonnen.  Der Druck auf ihn in Brasilien ist nahezu unendlich groß. Er startet wie so oft von der Pole Position. Der Start des Rennens verläuft planmäßig, Ayrton gewinnt den Start, kann sich aber nicht so recht von Nigel Mansell absetzen. Allerdings musste Mansell aufgrund total verschlissener Reifen ein zweites Mal außerplanmäßig an die Box. Doch aufatmen konnte Senna trotzdem nicht, im Gegenteil er bekommt nun allmählig Probleme mit dem eigenen Auto.  "Zuerst ließ sich der vierte Gang nicht mehr einlegen, ich musste immer vom Dritten direkt in den Fünften schalten. Dann gingen plötzlich auch andere nicht mehr, sprangen heraus. Das Getriebe spielte einfach verrückt. Es war wahnsinnig anstrengend, so zu fahren. Mit der rechten Hand musste ich immer den Schalthebel, der noch dazu ein bisschen locker war festhalten, nur mit der linken Hand lenken, aufpassen, nicht noch einmal den falschen Gang erwischen." Plötzlich werden Sennas Rundenzeiten dramatisch schlechter, er verliert bis zu sieben Sekunden auf den Zweitplatzierten. Sieben Runden vor Schluss bekam er überhaupt keinen Gang mehr hinein, er ist verzweifelt, doch mit der allerletzten Kraft versucht er es noch mal und es lässt sich tatsächlich wieder ein Gang einlegen. Es ist der sechste, der einzige der jetzt noch funktioniert. Er lässt ihn drin bis zur Zielflagge, versucht gar nicht mehr zu schalten. "Aber es ist unglaublich schwierig nur im sechsten Gang zu fahren. Wenn man von 300 auf 70 km/h herunterbremsen muß, ohne dabei herunterschalten zu können, der Motor schiebt noch mit voller Power...  ich war so oft knapp am Rausfliegen!" Man kann auch nicht zu langsam fahren, sonst besteht die große Gefahr das der Motor abstirbt, wenn die Drehzahl zu niedrig wird. Nun beginnt es auch noch leicht zu regnen, doch ausnahmsweise sieht er im Regen diesmal keine Hilfe:" Ich kenne mich zwar gut aus hier, ich wußte genau, von wo der Regen kommt, welche Ecken zuerst nass sein würden. Aber mit einem derart angeschlagenen Auto wurde es jetzt natürlich noch viel schwieriger die Kontrolle zu behalten. In den langsamen Kurven musste ich ja jetzt noch langsamer fahren. Ich habe mir immer wieder vorgesagt, es ist okay, du schaffst es, es wird klappen..." Und er betet wie er später zugibt, "darum, dass ich es durchstehe, dass das Auto noch bis zur Flagge hält, dass ich diesen Sieg behalten darf. Ich glaube Gott hat mir diesen Sieg geschenkt..." Kaum ist der McLaren über die Ziellinie gerollt, bleibt er in der Auslaufrunde stehen. Der Motor ist endgültig abgestorben. Senna will sich - endlich - ein bisschen entspannen aber es geht nicht. In dem Moment in dem er "loslässt", in dem sich die absolute Konzentration auflöst, "überfallen mich die Schmerzen wie ein Schlag. In meinen Armen, in meinen Schultern unglaublich intensiv, unglaublich stark." Minutenlang bleibt er regungslos im Auto sitzen "Ich wußte nicht, ob ich schreien, weinen oder lachen sollte, ich konnte mich kaum bewegen. Aber ich wollte hier doch unbedingt aufs Podium, zur Siegerehrung. Schließlich half mir Wilson Fittipaldi beim Aussteigen..." Er hat kaum noch die Kraft den Pokal festzuhalten, aber er hat es geschafft, er hat endlich auch zu Hause gewonnen.... Er darf die Freude zuhause zu gewinnen noch einmal auskosten, und zwar 1993.

 Monte Carlo Monaco       

Monaco, dieser unglaublich enge holprige Straßenkurs im Herzen von Monte Carlo war quasi die Spielwiese von Ayrton Senna hier wo es wie auf keiner anderen Strecke auf fahrerisches Können ankommt gewinnt Senna öfter als jeder andere Fahrer. Am 23. Mai 1993 stellt er einen neuen Rekord auf, er erreicht insgesamt sechs Siege, der Sohn des bisherigen Rekordhalters Graham Hill, Damon steht neben Ayrton auf dem Podium. Er sagt nur, " Mein Vater wäre stolz gewesen wenn er gewusst hätte das es erst einen Ayrton Senna braucht um seinen Rekord zu brechen." Sein bestes Rennen in Monaco bestreitet er wohl 1992. Es war das sechste Rennen der Saison, der absolute Überflieger der Saison heißt Nigel Mansell, er hat die fünf ersten Saisonrennen souverän gewonnen. Auch in Monaco eroberte Mansell die Spitze, Senna  versuchte so gut es geht zu folgen, doch Mansell fährt einen Vorsprung von über 20 Sekunden auf Senna heraus. Doch Senna kämpfte weiter, er hörte nie auf. In der 70. Runde wird Senna für seinen Kampfgeist belohnt, Nigel Mansell bekommt ein Problem und muss an die Box. Als Mansell wieder auf die Strecke kommt liegt er fünf Sekunden hinter Senna. Was folgt sind sieben Runden, die die Fans den Atem anhalten lassen, sieben Runden, die Rennsportgeschichte schreiben. Mit dem generell schnelleren Auto und vor allem mit neuen Reifen ist Mansell innerhalb von anderthalb Runden wieder an Senna dran. Aber einen Gegner einzuholen und ihn zu überholen, das sind in Monaco zwei paar Schuhe, natürlich könnte Mansell 2 - 3 Sekunden pro Runde schneller fahren - aber er kommt an Senna einfach nicht vorbei. Mansell: "Manchmal habe ich drei Autos vor mir gesehen." Aber nicht einmal Mansell, der sonst ja ganz gern jammert, beschwert sich nachher über unfaire Fahrweise. Senna hat das getan was er aus seiner Sicht tun musste, sie waren beide weit über dem Limit. Wo auch immer Mansell hinwill, Senna ist schon da. Er hält das Auto meistens in der Mitte der Strasse, bietet kein Loch, nicht die kleinste Lücke, in die sein Gegner vielleicht hineinstechen könnte, er kontrolliert Mansell, sein Auto sich selbst. Obwohl seine Reifen ziemlich am Ende sind, er immer in der Gefahr ist, doch einmal irgendwo wegzurutschen, vielleicht sogar anzuschlagen. Gerhard Berger sagt später: "Niemand anders außer Senna hätte dieses Rennen unter diesen Umständen gewinnen können. Jeder andere hätte irgendwann einmal einen Fehler gemacht." Senna macht keinen Fehler, als nach der 78. Runde die Zielflagge herauskommt, trennen die beiden genau 0,215 Sekunden, ein Wimpernschlag, der für Senna eine Welt bedeutet...   Für die meisten Fans war Ayrton Senna - The King of Monaco. Es ist eine brutale Ironie des Schicksals, dass das erste Rennen nach Imola 1994 Monte Carlo ist....

 Donington93       

 Schon die Startrunde dieses Rennens wird in die Rennsportgeschichte eingehen. Die Strecke ist nass, aber kurz vor dem Start hat es fast aufgehört zu regnen. Trotzdem sind alle noch auf Regenreifen. Senna erwischt nicht einmal einen optimalen Start, kommt vom vierten Startplatz aus nur als Fünfter weg. Doch dann leuchtete Sennas Stern ganz hell, er kam mit deutlichem Vorsprung aus der ersten Runde in Führung liegend zurück. Die Bedingungen in Donington wechseln ständig. Abtrocknende Strecke, dann wieder Regen, mal stärker, mal schwächer. Es ist ein Rennen der Taktik, der Reifenwechsel - und des absoluten Fahrgefühls, des Könnens sich auf die unterschiedlichen Verhältnisse perfekt einzustellen. Und Senna deklassiert alle, vor allem Prost im anerkannt besten Auto. Er wechselt viermal die Reifen Alan Prost siebenmal. Er überrundet das komplette Feld, erst in der Schlussphase als er absolut auf Nummer sicher geht, kann sich Damon Hill züruckrunden. Nicki Lauda sagte später zu Senna: "Ich habe noch nie ein solches Rennen gesehen. Du hast das allerbeste Menschenmögliche getan, das man unter diesen Bedingungen nur tun konnte." Eine Steigerung zu diesem Rennen wird es nicht mehr geben.

 Adelaide 1993    

 Zum ersten Mal in diesem Jahr steht Ayrton Senna auf der Pole Position, es war das letzte Duell Senna gegen Prost, und was noch niemand ahnte es war der letzte Senna-Sieg. Er ging vom Start weg in Führung, sein Sieg war nie in Gefahr mit diesem Sieg brachte Ayrton Senna McLaren auf Position 1 der ewigen Team-Wertung. Doch es war sein letztes Rennen für McLaren, nächstes Jahr sollte alles besser werden, im Williams nach zwei langen Jahren ohne siegfähiges Material sollte er endlich wieder in einem guten Auto sitzen, aber es kam alles anders, Adelaide 1993 war das letzte Rennen das Ayrton Senna beendete. Auch das McLaren Team fiel in ein grosses Loch, der nächste McLaren Sieg ließ über 4 Jahre auf sich warten. 

 Imola 1994 

 Es war ein Wochenende das von tragischen Unfällen geprägt war, zuerst der schwere Unfall von Rubens Barrichello, dann der tödliche Unfall von Roland Ratzenberger am Samstag. Und Senna war einer der ersten an der Unfallstelle, während alle anderen Fahrer den Vorfall zu verdrängen versuchten, ließ sich Senna zur Unglücksstelle fahren. Zwei Tage später findet man in Sennas Unfallwrack eine österreichische Flagge. Er setzte sich sehr für die Sicherheit der Formel 1 ein, so makaber es auch klingen mag, seinem Tod ist es wohl zu verdanken das viele andere Rennfahrer noch leben. Am Sonntag, dem 1. Mai 1994 um 14.17 biegt Ayrton Senna in die Vollgaspassage Tamburello ein, direkt am Scheitelpunkt der Kurve bricht die Lenksäule an seinem Boliden, völlig machtlos verliess er die Strecke und knallte mit Tempo 210 in die Begrenzungsmauer, Teile der rechten Radaufhängung zerschlagen seinen Helm und fügen ihm schwerste Verletzungen zu, für einen Moment scheint die Motorsportwelt still zu stehen. Gegen 18.00 Uhr erlag er seinen schweren Kopfverletzungen im Krankenhaus von Bologna. Die Motorsportwelt ist bestürzt. Nach seinem Tod verkündigt Brasiliens Präsident eine dreitägige Staatstrauer, Sennas Tod stürzt eine ganze Nation in tiefe Betroffenheit. Am Tag der Beisetzung säumen Hunderttausende die Straßen von der Innenstadt zum Friedhof, Millionen verfolgen die Live - Übertragung an den Bildschirmen. Ayrton Senna ist der größte Rennfahrer aller Zeiten, noch heute ist er das größte Idol vieler jungen Motorsport Talente. Doch einen kleinen Trost gibt es doch noch, auch wenn es komisch klingt, einen schöneren Tod hätte man sich für ihn nicht wünschen können, er war ein "Racer" durch und durch, und er starb so wie er lebte, spektakulär und in Führung liegend. Auch heute noch, sechs Jahre später pilgern Jahr für Jahr Motorsport-Fans aus aller Welt am 1.Mai nach Imola in die mittlerweile entschärfte Tamburello-Kurve um Blumen oder Bilder niederzulegen und dem größten Rennfahrer aller Zeiten zu ehren.

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 Senna stand nicht nur fahrerisch weit über allen anderen Formel 1 Fahrern sondern auch bei Interviews merkte man Senna an, dass er auch einen sehr guten Überblick über die Formel 1 Szene hatte. Allein der sehr exakte und präzise Fahrstil Sennas hob sich merklich von allen anderen Piloten ab in der Formel 1 . So vollführte Senna bereits häufig vor dem Kurveneingang wieder einen  "Stepptanz" auf dem Gaspedal, so dass er antestete, ab wann er frühestmöglich wieder Vollgas geben kann, um die maximale Geschwindigkeit mit aus der Kurve zu nehmen.

 Sogar als Mc Laren Fahrer wurde Ayrton Senna zu Lebzeiten schon 1993 von vielen italienischen Tifosis verehrt, die laut schreiend  1993 vor seinem Hotel standen und ihn feierten - obwohl Senna bis dato niemals für Ferrari fuhr. In Japan war Senna aufgrund seiner drei gewonnen Weltmeisterschaften auf Mc Laren Honda ein absoluter Star der Formel 1. In seinem eigenen Land Brasilien zog er die Massen in seinen Bann und war sehr populär, unter anderem auch deshalb, weil er die Probleme des Landes versuchte selbst durch eigene Projekte anzugehen, armen Menschen Bildung zu geben. 

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 Interview mit Ayrton Senna



 Was bedeutet für dich Glück?

 Glück kommt aus einer bestimmten mentalen Verfassung und daraus, in Frieden mit sich selbst zu sein, Menschen um sich zu haben, die man mag, das zu tun, was man gerne tut.

 Wovon träumst du?

 Manchmal auch von Rennen, aber vor allem von den vielen Plänen, die ich habe, die nur indirekt mit dem Rennsport zu tun haben. Ich habe durch meinen Erfolg Zugang zu sehr vielen Leuten, die Einfluss haben, etwas bewirken können in den Projekten, die ich in Zukunft vorhabe - das möchte ich nutzen.

 Was hat dich zuletzt bewegt ?

 Wenn ich im Fernsehen irgend welche Wettkämpfe sehe, wenn jemand eine Herausforderung gegen andere besteht, etwas erreicht, dann berührt mich das emotional, weil ich weiß, wie wichtig es für jeden Sportler ist, seine Ziele zu erreichen, weil ich weiß, wie sehr es ihn innerlich berührt. Ich habe die gleichen Gefühle, und deshalb bewegt mich so etwas. Und dann hat mich bewegt, das ich dieses Jahr den Beginn der Friedensverhandlungen in Washington zwischen Jsrael und den Palästinensern sah, das Treffen zwischen dem israelischen Premierminister und Arafat. Da gibt es einen historischen Konflikt zwischen zwei Gruppen von Menschen, der soviel Leid und Blutvergießen gebracht hat. Und dann sieht man diese Menschen, die in der Lage sind, einen Anfang für ein neues Leben zu finden, die versuchen, Frieden zwischen ihren Völkern zu schaffen. Das war sehr bewegend, denn wir wissen, wie tief der Hass war, welche Konflikte sich da über Generationen aufgebaut hatten. Es bedarf großer Anstrengungen und guten Willens, um da einen Friedensprozess in Gang zu bringen.

 Woran glaubst du?

 An Gott.

 Was hältst du für deine Stärke?

 Dass ich alle Dinge konsequent angehe, meine Einsatzbereitschaft und Entschlossenheit.

 Was ist deine schlechteste Angewohnheit?

 Ich schlafe zu viel.

 Hast du eine Sehnsucht, einen Traum für die Zukunft?

Manchmal wäre ich gern mein kleiner Neffe, dann wieder mein Vater mit all seiner Erfahrung, manchmal meine Schwester; denn wir bewegen uns alle in verschiedenen Bereichen, haben verschiedene Verantwortung. Manchmal wünsche ich mir ein Arzt zu sein, und manchmal möchte ich wirklich nur ich selbst sein können, nur der Erfahrung wegen, um die Realität besser wahrnehmen zu können. Denn normalerweise habe ich immer viele Leute um mich herum, die sich um mich kümmern, bin regelrecht abgeschirmt. Man lässt viele Menschen erst gar nicht an mich heran. Deshalb sehe ich viele Dinge nicht, die um mich herum vorgehen. Ich weiß, das mich manche Leute von vorne nett und freundlich behandeln und hinter meinem Rücken ganz anders reden. Oder sie behandeln Menschen die mir nahe stehen, nicht so wie mich selbst. Und deshalb wünsche ich mir oft, ein ganz normaler, unbekannter  Mensch zu sein, um wahrnehmen zu können, was wirklich passiert. Ich möchte mich selbst von außerhalb betrachten können, um die Realität zu sehen, wie die Leute agieren, wie sie reagieren...(Zwischenfrage: so, als ob du über dir selbst fliegen könntest?)  Ja, genau... Fliegen zu können, daß wäre ein großer Wunsch - aber er wird sich wohl nicht realisieren lassen.

 Welchen Spleen hast du?

 Ich glaube nicht, das ich wirklich einen habe. Aber vielleicht könnte man es als Spleen bezeichnen, das ich aufregende Dinge wirklich genießen kann. Das ist eine meiner Eigenschaften.

 Über wen oder was kannst du lachen? 

Über Komödianten.

Dein Hauptcharakterzug? 

Niemals aufzugeben.

Was würdest du gern an dir ändern? 

Vielleicht besser akzeptieren zu können, wie die Menschen nun mal sind. Es ist schwierig, gewisse Dinge zu akzeptieren, aber ich wünsche mir, in der Zukunft flexibler auf andere Menschen reagieren zu können, sie so zu nehmen, wie sie sind -
manche mit ihren großartigen Qualitäten, manche mit ihren großen Fehlern, aber alle einfach so, wie sie sind.

Welcher Verzicht fällt dir schwer?

 Manchmal der auf Zeiten der Entspannung, manchmal der auf aufregende Erlebnisse.

Wie verwöhnst du dich? 

Einfach nur durch Entspannen, alles langsamer angehen lassen.

 Wer ist dein Lieblingsgegner?

 Da gab und gibt es verschiedene in den verschiedenen Abschnitten meiner Karriere. Im Kart z.B. war es Terry Fullerton. Wir hatten viel Spaß, er war ein exzellenter  Fahrer. In der Formel1 würde ich sagen Mansell und Prost. (Zwischenfrage: nicht Gerhard Berger?)  Nein, eigentlich nicht. Denn obwohl Gerhard und ich natürlich gegeneinander gekämpft haben, geschah das nie in einer negative Weise, es war immer positiv. Wir habe Respekt voreinander, wir verstehen uns und deshalb haben wir uns nie ans absolute Limit getrieben. Wir sind schon hart gefahren, aber nie über die Grenzen gegangen, weil wir uns nie gegenseitig irgendwie schaden wollten. Mit Prost und Mansell war das anders. Wir waren immer erbitterte Gegner, und haben uns deshalb immer weiter getrieben.

 Was ärgert dich am Sport?

 Wenn Dinge unfair, unkorrekt gehandhabt werden.

 Wen würdest du gern kennen lernen?  

Ich würde gerne in der Zeit zurückgehe können, in die verschiedensten Epoche nicht meines Lebens, sondern der Gschichte. In die Siebziger, die Sechzig, die Fünfziger, die Vierziger, 1900, 1800, 1500, das Jahr vor Christi Geburt Geburt, ich möchte all die Menschen treffen, die Geschichte gemacht oder gute Dinge getan haben. Ich möchte sie einfach nur beobachten können, um zu sehen, was sie wirklich getan haben, warum sie bestimmte Dinge getan haben, gute und weniger gute. Ich glaube, das wäre der optimale Weg, um das Leben und die Menschen heute besser zu verstehen.

 Welche Schlagzeile würdest du gern über dich lesen? 

Nur meinen Namen - das reicht.

 Was bedeutet für dich Popularität?

 Ebenso bewundert zu werden wie im Zentrum von Stress, Abneigung und Neid zu stehen. Popularität hat sehr viele unterschiedliche Seiten. Natürlich genieße ich - wie jeder - nur die positiven Elemente davon, aber man muss darauf vorbereitet sein, auch mit den negativen Seiten eines Lebens in der Öffentlichkeit fertigzuwerden.

 Was war die dümmste Frage. die dir gestellt wurde? 

(Lacht) Das kann ich nicht beantworte ohne Ärger zu kriegen. Nein, ernsthaft. So etwas merke ich mir gar nicht. Ich belaste mich nicht mit negativen Dinge schon gar nicht jetzt, in diesem Moment meiner Karriere. Ich bin in guter Verfassung, in guter Stimmung. Speziell hier jetzt, an diesem Wochenende. Ich habe hier Leute aus meiner Kart - Zeit wiedergetroffen, die ich vor fünfzehn Jahren kennen gelernt habe. Gegner, mit denen ich gefightet habe, Leute aus anderen Teams, Leute, mit denen ich gearbeitet habe, die mir viel beigebracht haben. Ich habe sie alle lange Zeit nicht gesehen.

 Wen oder was würdest du auf ein einsame Insel mitnehmen? 

Dazu müßte ich erst einmal die Insel inspizieren, sehen, wie die Atmosphäre dort ist, und dann würde ich die richtige Person wählen -einen Freund, einen Kumpel vielleicht, oder meine Freundin. Einsame Insel- was heißt das überhaupt. Heißt das, daß man dort in Frieden mit sich selbst sein kann, meditieren. Oder daß man alles mit dem Menschen teilen kann, den man liebt? Oder heißt es, das man viel unternehmen kann, Sport treiben zum Beispiel, wofür man Partner nie braucht, viele, nicht einen oder zwei? Es hängt davon ab, wie man das sieht, und deswegen müsste ich erst einmal hingehen und ein Gefühl dafür entwickeln, Was ich dort machen will. Aber ich glaube, ich würde nicht nur einen Menschen mitnehmen wollen. Wenn es ein schöner Platz ist, dann möchte ich schon ein paar Leute mehr um mich herum haben, mit denen ich das alles teilen kann.

 Welche Erfindung ist für dich die wichtigste?

 Ich glaube, die wichtigsten Erfindungen sind auf dem Gebiet der Medizin gemacht worden. Impfstoffe, zum Beispiel der gegen Kinderlähmung, das war eine wichtige Sache. Aber auch gegen andere Krankheiten, die früher soviel Schmerz und Leid verursacht haben und die man jetzt vollständig unter Kontrolle hat. Auch auf dem Gebiet der Technik gibt es viele Fortschritte, aber das ist ein ständiger Prozess. Man erfindet eine Sache, im nächsten Jahr die nächste. Nein, ich glaube, wovon wir alle, ob arm oder reich, gleichermaßen profitieren, sind Fortschritte in der Medizin, die Krankheiten und Schmerz verhindern.

 Welche Fähigkeiten möchtest du besitzen?

 Andere Menschen besser zu verstehen.

 Welche Illusionen hast du im Laufe deiner Karriere verloren?

Die Illusion, das man das System überwinden kann. Also muss man sich entscheiden. Entweder man passt sich an, oder man bleibt man selbst und wird mit den Problemen, die sich daraus ergeben, irgendwie fertig.

 Welche Hobbys hast du außer Sport?

 Modellflugzeuge, Jet - Ski Fahren, Wasserski, Musik hören.

 Welche Sportart hältst du für überflüssig?

 Keine, alle haben ihre Berechtigung

 Deine größte Enttäuschung als Sportler?

 Wie gesagt, ich denke nicht negativ, deshalb will ich mich an solche Dinge nicht erinnern.

 Wer ist für dich der/die größte Athlet/Athletin aller Zeiten?

 Schwer, sich auf einen festzulegen. Fangio ist einer oder Pele, auch Cassius Clay. Ich möchte nicht einen über alle stellen, jeder hat seine eigene Stärke und Bedeutung.

 Was ist schlimmer als eine Niederlage?

 Betrogen zu werden. Eine sportlich faire Niederlage kann einen sogar besser machen, aber zu verlieren, weil man betrogen wird, das ist unakzeptabel.

 Was ist dein Lebensziel ?

  Lange zu leben und mich dabei immer weiter zu verbessern. Nicht nur für meinen Beruf, sondern vor allem für mein Leben insgesamt. Hoffentlich kann ich noch viele Dinge tun.

 (Interview aus dem Buch Ayrton Senna Seine Siege - Sein Vermächtnis)

 

Ayrton Senna mehr als nur der beste Rennfahrer aller Zeiten

"Racing,competing,it´s in my blood.
It`s part of me,It`s part of my life;
I have been doing it all my life and
it stands out above everything else.

 

 



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